Darstellung der Messreihen


1. DIE MESSREIHEN

Was wurde gemessen?
Hochfrequenz-Immissionen (HF-Immissionen), d.h. elektromagnetische Felder (EMF), die von Mobilfunkstationen („Handymasten“) und von anderen Funkanwendungen (Rundfunk, Fernsehen, Blaulichtfunksysteme, DECT, usw.) im untersuchten Bereich ausgesendet werden.

Um vergleichbare Resultate zu erhalten und dem Datenschutz Genüge zu tun, wurden die Messungen jeweils untertags an öffentlichen frequentierten Plätzen (z.B. vor dem Rathaus einer Gemeinde) durchgeführt.

Wie wurde ausgewertet?

  • gemessene HF-Immissionen als absolute Werte
  • Ausschöpfung der Grenzwerte als Prozent vom jeweiligen Grenzwert
  • Vergleich Gesamtwert aller Mobilfunkimmissionen zum Gesamtwert aller Funkanwendungen

Was ist das Ergebnis?

  • Die österreichweit verbindlich anzuwendenden Personenschutzgrenzwerte (OVE-Richtlinie R 23-1:2017-04-01) werden weit unterschritten.
  • An allen Messpunkten wurden nur wenige Hundertstel der geltenden Grenzwerte gemessen.
     

2.   MOBILFUNK UND ANDERE FUNKDIENSTE: ERGEBNISÜBERSICHT

Die Ergebnisse der Messreihe zeigen, dass die Immissionen (Funkwellen) von Mobilfunkstationen („Handymasten“) österreichweit sehr gering sind. Um einen besseren Überblick über die allgemeine Immissionsverteilung und die Gesamtimmissionen hochfrequenter Funkquellen zu erhalten, wurden im Rahmen der vorliegenden Mobilfunk-Messreihen an allen Messpunkten auch die Immissionen anderer Funkdienste wie Schnurlostelefone, Radio- und TV-Sender usw. erfasst.

Die erhobenen Daten wurden daher nicht nur für jeden Messpunkt, sondern auch für jeden Funkdienst bzw. jedes Frequenzband (Mobilfunk und andere) ausgewertet. Alle erhobenen Maximalwerte (Mittelwert über 6 Minuten) liegen weit unter den Grenzwerten für den Personenschutz.

Die genauere Auswertung dieser Messergebnisse weist darauf hin, dass das Verhältnis von Mobilfunk zu anderen Funkdiensten von der konkreten Situation vor Ort abhängt. So hat sich beispielsweise an manchen Messpunkten gezeigt, dass die Immissionen von anderen Funksendern in der Nähe deutlich höher liegen können als die der umliegenden Mobilfunkstationen. Unabhängig davon, welche Quelle den größten Beitrag zur Gesamtimmission liefert, liegen sämtliche in Österreich ermittelten Messwerte weit unterhalb der geltenden Personenschutzgrenzwerte (OVE-Richtlinie R 23-1:2017-04-01).

Weiterführende Informationen finden Sie in den jeweiligen Ergebnisberichten der Messreihen im Downloadbereich.
 

3. WAS BEDEUTEN DIE WERTE IN DEN TABELLEN?

Die Werte in den Tabellen stellen die Messergebnisse dar; sie sind in Watt pro Quadratmeter (W/m²) ausgewiesen. Die Einheit W/m² sagt aus, wie viel Leistung auf eine bestimmte Fläche trifft.

Beispiel: An wolkenlosen Hochsommertagen beträgt die Leistung des Sonnenlichts auf einem Quadratmeter bis zu 1000 W.

Die Tabellen geben 4 verschiedene Werte an:

  • „Alle Funkanwendungen“ bedeutet, dass neben dem Mobilfunk auch alle anderen Funkanwendungen wie z.B. Fernsehen, Radio, W-LAN gemessen wurden. Der angegebene Messwert ist also eine Summe aller gemessenen Funkanwendungen.
  • „Funkanwendungen in % vom Grenzwert (GW)“: sagt aus, wie viel Prozent vom Grenzwert von allen Funkanwendungen gemeinsam ausgenutzt wurde.
  • „davon Mobilfunk“ sagt aus, wie hoch der Anteil vom Mobilfunk an den gesamten gemessenen Funkanwendungen (z.B. Fernsehen, Radio, etc.) war.
  • „davon Mobilfunk in % vom Grenzwert (GW)“: sagt aus, wie viel Prozent vom Grenzwert durch den Mobilfunk ausgenutzt wurde.
  • „davon LTE in W/m² (800/2600 MHz)“ gibt die Höhe der gemessenen LTE-Immisionen (Summe 800 und 2600 MHz) an.
     

4. WER HAT DIE MESSUNGEN DURCHGEFÜHRT?

Messungen von Mobilfunksystemen erfordern langjährige Erfahrung, hohes technisches Know-How und entsprechende spezielle Ausrüstung. Deshalb hat das Forum Mobilkommunikation ausschließlich angesehene Einrichtungen mit entsprechendem Expertenwissen mit der Durchführung normgerechter Messungen beauftragt:

Die Messreihen der Jahre 2007, 2009 und 2012 wurden von TÜV Austria Services GmbH durchgeführt, die Messreihe des Jahres 2017 wurde von der Technischen Hochschule Deggendorf/Bayern (Fakultät Elektrotechnik, Medientechnik und Informatik)durchgeführt.

TÜV Austria verfügt über langjährige Erfahrung in der Konformitätsbewertung von Funksendeeinrichtungen (z.B. Betriebsfunk, Mobilfunk, TV [DVB], Rundfunk usw.) und das aus dieser Tätigkeit entwickelte Know-how für die Beurteilung von Sendefunkanlagen - beides sind die Voraussetzung für die fachgerechte Beurteilung von Expositionssituationen.

Der Fachbereich Nachrichtentechnik/EMV der TÜV Austria Services GmbH verfügt für Messungen und Expositionsbeurteilungen in elektromagnetischen Feldern am Arbeitsplatz oder für die Allgemeinbevölkerung vor Ort als eine der wenigen Stellen in Österreich über eine entsprechende Akkreditierung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA).

An der Fakultät Elektrotechnik, Medientechnik und Informatik an der Technischen Hochschule Deggendorf in Bayern wird seit vielen Jahren im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit, d.h. der Beziehung von elektromagnetischen Feldern zu elektronischen Geräten sowie der Umwelt geforscht. Verantwortlich für dieses Thema ist Prof. Dr.-Ing. Matthias Wuschek, der darüberhinaus auch öffentlich vereidigter Sachverständiger für dieses Fachgebiet ist. Er verfügt über ausgewiesenes Expertenwissen auf dem Gebiet der Messung und Bewertung elektromagnetischer Felder im Hoch- und Niederfrequenzbereich und ist Mitglied im Ausschuss "Nichtionisierende Strahlen" der Deutschen Strahlenschutzkommission.

 

5. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND

Von einer Gefährdung der Gesundheit kann anhand der aktuellen Studienlage nicht ausgegangen werden

Nach Jahren intensiver Forschungsarbeit über die mögliche Wirkung von elektromagnetischen Feldern (EMF) und nach zahlreich vorliegenden wissenschaftlichen Publikationen sowie fundierten Bewertungen können große Bereiche der biologischen und medizinischen EMF-Forschung als weitestgehend geklärt betrachtet werden.

Nicht zuletzt auch dank der vorliegenden Ergebnisse von großen nationalen und internationalen Forschungsprogrammen halten viele Wissenschaftler die Frage, ob von den schwachen elektromagnetischen Feldern – wie sie bei Mobilfunk eingesetzt werden – negative biologische Auswirkungen auf die Umwelt zu befürchten sind, für beantwortet. Dennoch gibt es immer noch einige Stimmen, die eine gesundheitliche Schädigung fürchten, und so sind das Handy am Ohr, funkgestützte Datenübertragungen oder Handymasten nach wie vor Gegenstand der Diskussion. Weiterer Forschungsbedarf besteht immer, schon durch den permanenten Fortschritt bei den Mobilfunk- und Kommunikationstechnologien, der unter anderem auch die Exposition und die Immissionslandschaft in den vergangenen Jahren verändert hat. Daher muss und wird weiterhin intensive Forschungsarbeit geleistet werden.

Der aktuelle, international anerkannte wissenschaftliche Kenntnisstand zu Mobilfunk und Gesundheit wird regelmäßig von internationalen Expertengremien wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder dem wissenschaftlichen Komitee der EU-Kommission (SCENIHR) bewertet. Aber auch nationale Einrichtungen wie die Deutsche Strahlenschutzkommission oder in Österreich der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) und der Oberste Sanitätsrat (OSR) befassen sich mit dem Thema. Alle diese Gremien kommen unter Berufung auf die vorliegenden Forschungsergebnisse zu folgendem Schluss: Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand liegt unterhalb der geltenden Grenzwerte kein gesicherter wissenschaftlicher Nachweis gesundheitlicher Schäden am Menschen vor.
 

Die Situation in Österreich

Die in Österreich mit Mobilfunk und Gesundheit befassten Behörden, Einrichtungen und Organisationen stellen sich diesem Thema mit großer Verantwortung und widmen ihm besondere Aufmerksamkeit – mit Maßnahmen wie einer regelmäßigen Analyse und Bewertung der aktuellen wissenschaftlichen Studien, Empfehlungen zu einer verantwortungsvollen Vorgehensweise, Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte, der Information über die Mobilfunkstationen im Internet (www.senderkataster.at), österreichweite Mobilfunk-Messreihen und dem Dialog mit allen Interessierten. 
 

Handy und Handymast

Grundsätzlich sind beim Mobilfunk hinsichtlich der gesundheitlichen Bewertung sowohl die Mobilfunkstationen als auch die Endgeräte (Handys und Smartphones) je nach ihren spezifischen Expositionsbedingungen (Dauer, Zeitmuster, Flussdichte etc.) zu berücksichtigen. Vergleicht man Handy und Handymast, sind die beim Nutzer ankommenden Mobilfunkfelder des Handys wesentlich höher als die vom Handymast (Faktor 1.000 bis 10.000).

Das „flüsternde System“ beim Mobilfunk

Die heutigen Mobilfunktechnologien verwenden nur so viel Sendeleistung, wie für eine gute Verbindung notwendig ist. So setzt Mobilfunk Sicherheitsstandards durch die neueste Technologie. Ein gut ausgebautes Mobilfunknetz ermöglicht in der Praxis niedrige Immissionen (der Mobilfunkfelder). Nur Mobilfunkstationen in der Nähe der Mobilfunknutzer gewährleisten ein „flüsterndes System“, in dem niedrigere Sendeleistungen ausreichen und diese permanent automatisch auf das gerade technisch erforderliche Mindestmaß geregelt werden. Je besser die Verbindung zwischen Handys und Handymast ist, desto geringer ist auch die erforderliche Sendeleistung des Handys, um zur Mobilfunkstation zurückzufunken.

Sich selbst ein Bild machen

Obwohl bereits viele Maßnahmen gesetzt wurden, Funkwellen seit mehr als hundert Jahren im Einsatz sind (und so ein großes Wissen darüber besteht) und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse keinen Grund zur Beunruhigung geben, ist es Fakt, dass sich ein Teil der Bevölkerung Sorgen macht. Bei all den Berichten, Meldungen und Diskussionen zum Thema Mobilfunk und Gesundheit ist es schwierig, den Blick aufs Ganze zu wahren. Nach wie vor führen einzelne Meldungen zu Verunsicherung. Daher ist und bleibt es wichtig, den gesamten Wissensstand für eine fundierte Bewertung heranzuziehen. Diese Bewertung wird von anerkannten Stellen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) regelmäßig vorgenommen und bietet eine verlässliche Basis für die eigene Meinungsbildung.
 

Grenzwerte

Die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) hat ein Grenzwerteschutzkonzept entwickelt, um vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder (EMF) im Frequenzbereich von 0 bis 300 GHz zu schützen (Mobilfunk nutzt derzeit Teilbereiche zwischen 880 und 2.600 MHz). Die Grenzwerte für die Öffentlichkeit enthalten einen 50-fachen Sicherheitsfaktor und gewährleisten somit den vorsorgenden Gesundheitsschutz der gesamten Bevölkerung – auch von empfindlichen Personengruppen wie Kindern, kranken und älteren Menschen. Dieser 50-fache Sicherheitsfaktor wurde eingezogen, um auch etwaige vorhandene, aber nicht bekannte Effekte zu berücksichtigen. Die Mobilfunk-Grenzwerte der ICNIRP werden von der Weltgesundheitsorganisation sowie vom EU-Rat empfohlen und sind in ganz Österreich verbindlich anzuwenden. In der internationalen Expertenwelt herrscht Einigkeit darüber, dass sich eine verantwortungsvolle Politik an den Fakten und am Stand der Wissenschaft orientieren muss und eine Änderung von Grenzwerten nur auf Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen darf.
 

Abklärung befürchteter Risiken

Wenn es auch inzwischen wissenschaftlich gut begründete Vorstellungen zur Wirkweise von elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks auf Mensch und Umwelt gibt, so gibt es weiterhin Forschungsprogramme, um die Existenz noch befürchteter Risiken abzuklären.

Nach den gegenwärtig vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen besteht keine Notwendigkeit für bestimmte Vorsichtsmaßnahmen bei der Nutzung von Mobiltelefonen.

Jeder Einzelne kann selbst bestimmen, ob er seine Hochfrequenzexposition oder die seiner Kinder begrenzen möchte, z.B. durch:

  • SMS oder Messengerdienste verwenden
  • Freisprecheinrichtung verwenden
  • Handy umsichtig und verantwortungsvoll nutzen
  • Auf eine gute Verbindung zwischen Handy und Basisstation achten

Generell gilt:

  • Beim Autofahren oder Radfahren immer eine Freisprecheinrichtung benutzen
  • Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen
  • Auf die Kosten achtgeben
  • Nein zu Gewalt am Handy
  • Handy als Notfallhelfer nutzen

 

6. SCHLUSSBEMERKUNG

Mobilfunkfelder in Österreich liegen weit unter den Grenzwerten

Die Ergebnisse der österreichweiten Messreihe zeigen, dass an sämtlichen Messpunkten die in Österreich geltenden Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder erheblich unterschritten werden. An der großen Mehrheit der Messpunkte wurden nur wenige Tausendstel der Grenzwerte ausgeschöpft. Damit reiht sich auch diese österreichischen Messreihen in ähnliche Ergebnisse zahlreicher Messungen im In- und Ausland ein.

In unserem Alltag gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Funkquellen, die Immissionen in unterschiedlicher Höhe und Frequenz liefern. Das reicht von Radio und Fernsehen über Mobilfunk bis hin zu medizinisch-technischen Anwendungen. Für einen Gesamtüberblick und einen besseren Vergleich wurden im Rahmen der Messreihen alle relevanten Funkanwendungen messtechnisch erhoben. Dabei zeigte sich, dass an rund 20% der Messpunkte die Immissionen von anderen Funkquellen höher waren als jene der Mobilfunkstationen. Das braucht nun keineswegs zu beunruhigen, denn auch diese Werte liegen immer noch weit unterhalb der Grenzwerte. Diese Grenzwerte für elektromagnetische Felder entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union und erlauben nach aktuellem Stand der Wissenschaft allen einen sicheren Umgang mit Funkanwendungen.

Die digitalen Mobilfunktechnologien funktionieren so, dass immer nur die niedrigste erforderliche Sendeleistung eingesetzt wird – sowohl von der Mobilfunkstation als auch vom Handy. Das liegt an der Fähigkeit der Mobilfunknetze, die Leistung dynamisch dem jeweils erforderlichen Bedarf anzupassen. Je besser das Netz ausgebaut ist und je näher sich das Handy an einer Mobilfunkstation befindet, desto geringer ist die benötigte Sendeleistung. Bei einer Prognose der an einem bestimmten Punkt auftretenden Immissionen sind unterschiedliche Einflussfaktoren zu beachten.
 

Folgende Parameter haben Einfluss auf die Immissionslage an einem bestimmten Ort:

  • Entfernung von der Mobilfunkstation (wobei ein Punkt in sehr großer Nähe geringere Immissionen aufweisen kann als in ein paar hundert Metern Entfernung)
  • Antennentyp und -ausrichtung
  • Absorption, Reflexion und Beugung der Funkwellen an Dächern, Mauern, Bäumen, Hügeln etc.
  • Sendeleistung
  • andere Funkanwendungen (z.B. TV, Radio, DECT, Behörden- und Betriebsfunk)

Die Mobilfunkbranche trägt auch Verantwortung dafür, dass die Menschen die angebotenen Dienstleistungen der Mobilkommunikation sorgenfrei nutzen können. Sie überprüft jede Sendeanlage im Zuge der Errichtung auf die Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte, beobachtet die internationalen Studienergebnisse und stellt umfassend Informationen zur Technik des Mobilfunks zur Verfügung.  

Mobilfunk ist, so wie er betrieben wird, eine sichere Technologie. Weil die Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich ein Recht auf Abklärung auch nur befürchteter Risiken haben, wird weiter geforscht. Die vorgelegten Messdaten sind eine solide Grundlage, auf deren Fachbasis jeder für sich eine realistische Einschätzung der Mobilfunktechnologie und der Immissionen treffen kann.